Und dann auf einmal: voll auf die Fresse

Ein paar Wochen lang war alles toll. Schwarz und Grau war Bunt. Immer. Überall. Dann irgendwann kamen graue Tupfer. Dann aber wieder ein Schwall Buntes.
Und dann kamen die letzten 4,5 Tage.
Er besucht mich, ich hab wenig Zeit. Arbeit, Ausflüge, die nicht zu canceln waren.
Wir reden über Unterschiedliches, ich fühle mich unwohl. Er merkt das? Nicht? Redet nicht. Ich spreche Sachen an – er sagt, okay. Mehr kommt nicht.
Ich suche Nähe, er geht auf Distanz. Ich überwinde mich, gebe mehr und fühle mich mehr verarscht. Vielleicht hätte ich seine Distanz spiegeln sollen. Dachte, dann würde das Problem aber größer.
Gerade dann seine Nachricht. Er will sich ein paar Tage lang nicht mehr melden. „Sachen klarkriegen“.
Ich sehe Grau und Schwarz.
Und glaube nicht, dass es wieder Bunt wird.
Oh. Was bin ich wütend.
Oh. Warum habe ich mich nur eingelassen.

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Wie kann man nur so viel Glück haben?

Der Typ von der Hochzeit, der mich seit Monaten hier in Einträgen und ständig im Kopf begleitet, tja, er ist jetzt „mein“ Typ. Nach mehr als 5 Jahren Singlesein habe ich mich mal wieder auf jemanden eingelassen – und ich glaube, das Warten hat sich gelohnt.
Es fühlt sich alles so an, als würde es sehr gut und sehr lange dauern können. Nun, ich bin nicht naiv: In Beziehung und als Single habe ich genug Mist erlebt und weiß, dass viel schief gehen kann. Trotzdem. So zuversichtlich und sicher war ich noch nie.
Der möglichste Beziehungskiller wäre momentan wahrscheinlich die Entfernung von mehreren Hundert Kilometern. Aber auch das sehe ich gerade eher entspannt. Mein zynisches Ich kommentiert: Du siehst es durch die rosarote Brille.
Aber nun denn, so be it.
Ich bin seit langer Zeit glücklich & gespannt, ausgeglichen & flatterig. Ich werd‘ das jetzt mal genießen!

Weihnachtszeit, Nachdenkzeit

Fast 2,5 Monate kenne ich jetzt einen Mann, der mir wirklich ehrlich gut gefällt. Wir haben uns auf einer Hochzeit kennengelernt und wie es meistens so ist, verlaufen solche Kontakte ja schnell im Sand. Bei ihm ist das nicht so, wir schreiben, telefonieren, skypen sogar immer mehr. Zum ersten Mal nach langer, langer Zeit interessiere ich mich sogar für Alltagsgeschichten.
Bei Tinder zum Beispiel finde ich das gerade lästig: Man kennt sich gar nicht, soll sich aber schreiben, wie der Tag so war.
Nicht mit mir, meine Zeit ist dafür zu kostbar. Gerade, weil man in so viele Kontakte gleichzeitig investiert – und am Ende hat man im schlimmsten Fall gar keinen Output. Nur Zeit vergeudet.
Dieses Mal ist es anders,
vielleicht, weil wir uns im „echten“ Leben getroffen haben
vielleicht, weil wir beide keine Erwartungen hatten und aufgeschlossen genug waren
vielleicht, weil es einfach passt
Momentan hoffe ich noch darauf, ich weiß es nicht sicher. Wir leben ja schließlich auch viele Kilometer weit auseinander.
Aber unter meinem Weihnachtsbaum liegt ein Päckchen von ihm. Und Anfang Januar wollen wir uns endlich wieder treffen.
Ich freue mich sehr, ich bin gespannt, ich hoffe, und gleichzeitig bin ich ganz ruhig, entspannt, zuversichtlich.
Ich weiß, vieles passt. Also denke ich: Dann passt sicher alles.
Es würde mich glücklich machen. Vielleicht darf ich ihn glücklich machen.
Vielleicht wünsche ich mir das zu Weihnachten. Dass das mit „uns“ glücklich wird.

Mein Körper und ich

Ich bin 1,77 m groß und wiege um die 67 Kilo, mal mehr, mal weniger. Mein BMI liegt bei ca. 22, ich bin also nicht fett. Eine Freundin hat seit Jahren Bulimie. Ich bin also im Vergleich die letzte, die sich Gedanken machen sollte.
Ich bin nicht zu dick.
Trotzdem habe ich natürlich Probleme mit meiner Figur. Wie jede Frau. Es ist mir auch scheiß egal, ob das wegen der Gesellschaft ist oder wegen der Gedanken in meinem Kopf.
Es ist einfach so, dass ich mal meinen Arsch zu fett finde, mal die Stellen zwischen den Beinen, mal den Bauch, mal die Hüften. Dass ich auch noch Cellulite und krasse Bindegewebsrisse habe, macht es nicht besser. Es gibt Tage, da finde ich alles hässlich an mir.
Plätzchen esse ich schnell auf (ich kann Lebensmittel nicht wegschmeißen, so wurde ich nicht erzogen), damit sie am nächsten Tag nicht mehr da stehen und mich verleiten. Ich fühle mich nach einer Pizza nicht satt, sondern ich habe ein schlechtes Gewissen.
Es ist so. Seit Jahren. Ich werde es nicht mehr ändern können.
Ich esse nämlich zu gern, um 5 Kilo mehr abzunehmen. Ich bin nicht konsequent genug. Ich kann mich einfach nicht – wie andere es ja anscheinend können – runterhungern.
Ich habe das versucht, mit 17, mit 21, mit 24. Es geht nicht, mein Hass gegen meinen Körper ist nicht groß genug. Und ehrlich gesagt, bin ich da froh drum. Das rettet mich wahrscheinlich vor Bulimie und Co.
Manchmal kommt es vor, dass ich Freunden sage, dass ich mich fett fühle. Ich fishe dann nicht for compliments, sondern ich brauche in dem Augenblick einfach nur ein Ventil. Es muss raus, egal an wen. Ich will nicht das Gegenteil hören, ich will es nur loswerden.
Umso mehr tut es weh, wenn Freunde sich über meine Figur lustig machen.
Ich weiß ja, dass ich nicht zu dick bin, aber fühle mich trotzdem so. Weil das Gefühl in dem Moment überwiegt, fühle ich mich verletzt. Auch wenn ich weiß, dass der andere mich nur über den Spruch sensibilisieren wollte dafür, dass ich Quatsch rede – oder empfinde.
Das Lustigmachen über meine Figur macht es nicht besser. Im Gegenteil. Es erhöht meine Selbstzweifel, mein Unwohlsein. Auf einmal habe ich dann 2 Baustellen: Meinen Körper und einen anderen, der über mich lacht.
Deshalb habe ich jetzt konkret jemanden gebeten, mit den Sprüchen, dem Lustigmachen aufzuhören. Es hilft nicht, es tut weh, und deshalb sollte es nicht weiter vorkommen.

Das Küsschen-Smiley überfordert mich

Eigentlich sollte es überhaupt keine Smileys geben, weder bei Whatsapp noch sonst wo. Denn Fakt ist ja, dass sie die Kommunikation nicht immer erleichtern, sondern oft auch erschweren. Erleichtern, wenn ich schnell ein 😉 hinterher schicken kann – bei kleinen Gemeinheiten, Flirts. Erschweren, wenn er den hier 😗 schickt und ich mich im Kreis drehe. Vor Nervosität, Panik, Freude, Unsicherheit.

Mein Gott, komm mal wieder runter.

Ja, das könnte ich mir jetzt sagen, aber Fakt ist auch, dass ich solche Küsschen-Smileys nie benutze.
Ich finde sie seltsam, denn oft bekomme ich sie von Leuten (Korrektur: Männern), denen ich sie nie – unter keinen Umständen – schicken würde.
Klar, liebe Freundinnen bekommen sogar 😘, aber da ist das Gefühl ja auch klar. Große Wertschätzung, Dankbarkeit, sich zu haben, Verständnis für einander.

😗 könnte was Ähnliches bedeuten, vielleicht aber auch „Du bist ’ne Süße“ oder „Ich mag dich“. Da der Smiley aber von dem Typen auch nur sehr zurückhaltend genutzt wird, könnte das auch was anderes meinen – zumindest lässt es mir Raum für Interpretationen. Und dann wird es wieder schwer und ich bin, zumindest leicht, überfordert.

Noch immer der Typ von der Hochzeit

Dieses Gefühl, zu glauben, mal endlich wieder Glück gehabt zu haben, es nicht glauben zu können und es sich wieder schlecht zu reden. Dieses Gefühl, beziehungsweise eher dieser Mix, der umgibt mich gerade.
Ich schreibe fast seit 4 Wochen, seit der Hochzeit von Freunden, mit eben einem Typen von der Hochzeit. Wir haben schon 2x telefoniert, einmal hat er spontan angerufen. Wir lachen zusammen, teilen unseren Alltag (bei allen anderen jüngsten Bekanntschaften fand ich genau das immer scheiße…), kennen die Hobbys des anderen und schätzen die…. Und tja, nächste Woche werden wir uns wohl treffen.
Uns trennen gerade gute 500 km, aber noch scheint das kein Problem zu sein. Noch ist das alles vielleicht auch zu unkonkret.
Während des ersten Telefonats hat er einmal von Freundschaft gesprochen und ich habe fast einen halben Herzinfarkt bekommen. Denn sorry, Freundschaften – auch mit Männern – habe ich genug. Ich investiere Zeit in die Suche nach einem Partner, wer nicht passt, ciao, wer Freundschaft will, ciao.
Eigentlich schreiben wir auch zu detailreich für Freundschaft. Meine ich zumindest. Aber gut, ich weiß ja, was Mann und Frau alles falsch interpretieren können…
Abwarten und Tee trinken.
Das sollte mal wieder die Devise sein. Dabei bin ich eigentlich zu gespannt und unruhig. Ich hoffe, das Treffen findet statt. Denn ich bin schon so langsam wieder in diesem „och joa…“-Modus. Am Anfang war alles toll und ja, fast schon Wolke 5 (noch nicht 7 natürlich!)… aber mittlerweile, weiß auch nicht, fange ich an, es mir schlecht zu reden. Oder bin nicht mehr so gehyped. Es ist gerade wie bei Tinder-Dates: zu lange Warten darf man nicht, sonst geht der Funke verloren, obwohl er noch gar nicht übergesprungen ist.
Dieses Mal ist es nur – zum Glück – noch so, dass ich auf den Funken achte. Bei den anderen war es mir schnell relativ egal. Aber jetzt, jetzt, oh, es könnte doch mal was sein!

Der Typ von der Hochzeit 😻

Ach ja, ich weiß ja auch nicht, es ist so ungewohnt, aber im Moment habe ich wieder ein Hoch. Vor gut 2 Wochen war ich auf einer Hochzeit, habe mich mit einem Verwandten des Bräutigams super unterhalten – und nun schreiben wir jeden Tag. Meistens so 3 bis 6 lange Nachrichten hin und her. Es ist immer witzig, wir haben ähnliche Ansichten, Spaß am Hobby des anderen und so weiter.
Natürlich, wie könnte es anders sein, liegen mehr als 500 Kilometer zwischen uns. Aber demnächst bin ich eh da in der Ecke und werde ein Treffen vorschlagen. Telefonieren wollen wir auch in Kürze, #manmanman, das könnte echt mal was sein – ohne Tinder, ohne Kuppelversuch von Freunden und ohne, das ist das Wichtigste, dass sich irgendwas zwanghaft anfühlt. Ich bin gespannt.

Auch ich war auf einer Hochzeit. Allein.

Irgendwie heiraten nicht nur viele Leute in meinem Bekanntenkreis im „real life“, sondern auch online – Blogeinträge über Hochzeiten und Singlesein, Facebook-Fotos… witzig. Die Hochzeit am Samstag war perfekt: Das Paar hat sich gewünscht, dass es keine Spiele gibt (sehr gut!). Die Candy-Bar war riesig & alles war selbstgemacht.
Die Musik war bis 12 Uhr für die ältere Generation, danach für die Jüngeren. (Trotzdem haben es sich die Eltern des Bräutigams nicht nehmen lassen, bis 4.30h zu machen. Mega!) Dann war die Location noch auf einem Gutshof an der Mecklenburgischen Seenplatte – traumhafte Landschaft, aber günstig, weil abgelegen. Wie gesagt: perfekt.
Trotzdem war ich etwas zögerlich, weil ich abgesehen vom Brautpaar nur ein anderes Paar kannte – mit 10 Wochen altem Kind. So niedlich das ist: Die Interessen und der Alltag könnten anders nicht sein. Und Party ist für die ja auch nicht gerade lange drin.
Schlussendlich bin ich ziemlich rumgewandert, habe mich mit super vielen unterschiedlichen Leuten unterhalten und auf dem „Dancefloor“ getroffen. Und einen netten Cousin habe ich auch noch kennen gelernt.
Ich konnte dem Brautpaar also sagen, dass ihre Hochzeit auch für mich perfekt war.
Wie gut.
Und mal wieder die Erkenntnis: Bei aller Schönheit, die Zweisamkeit so ausmacht – aufgeschlossener ist man allein.

Zweites Date… nope

Am Montag sollte ich einen Typen treffen, mit dem ich vor mehr als einem Jahr schon mal ausgegangen war. Er hatte mich angesprochen, warum es beim ersten Mal scheiße war – und da ich ehrlich bin, hat er die Antwort auch ganz unverblümt bekommen:

Du hast zu viel geredet. Nur von dir, deinen Hobbys, deiner Familie. Ich war null interessant für dich.

Klar, damals wollte er danach noch Dvd gucken. Habe natürlich abgelehnt. Hatte schon Kopfschmerzen vom Gelaber, kein Grund, noch ’ne Blasenentzündung zu riskieren.

Aber gut, normalerweise bin ich gütig. Habe also einem zweiten Date zugestimmt, weil ihm der #Datefail so peinlich war.
Ersten innerlichen Ausraster hatte ich dann allerdings schon kurz danach: Er wollte sich für Date No.2 direkt bei sich zu Hause treffen und was kochen.

Alter, geht’s noch?

Habe ich leider nicht geschrieben. Sondern:

Ne, du, ich muss mich jetzt nicht direkt zu Hause treffen.

Er:

War ja auch kein Befehl (tausende Lachsmileys mit Tränen in den Augen)

Ich:

Restaurant X, dann und dann?

Er hat mehr als zwei Tage nicht reagiert. In der Zeit schreibt mir eine Freundin, dass sie ihn bei Lovoo gesehen hat. Okay, er wägt ab, denke ich mir so, vielleicht sucht er was Besseres.
Meine Bauchschmerzen bei der Sache wurden von Tag zu Tag größer. Obwohl er inzwischen zugesagt hatte.
Schließlich schreibe ich:

Du, ich habe kein gutes Bauchgefühl dabei, ein Date zu wiederholen, das beim ersten Mal nicht so toll war. Ich würde das Ganze lieber lassen. Nimm‘ es mir nicht allzu übel.

Dann kam zurück:

Witzig, ich hatte am Wochenende genau die gleichen Gedanken. Also kein Ding, alles gut.

Tjaaaa. Freundinnen meinten, das hätte er nur für sein Ego geschrieben. Ich bin mir nicht sicher, schließlich hat er sich mit der Zusage ja wirklich Zeit gelassen.
Schlussendlich ist es aber auch egal: Die Bauchschmerzen waren nämlich sofort weg, als ich abgesagt hatte.
Und was will ich mehr? Ich bin offen für nette Dates und tolle Männer, Spaß und Ernstes. Aber. Wie sagt ein Freund gerne:

Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch…

Dreier-Talk in der Disco ODER Ich lebe wieder

Seit ein paar Wochen mache ich wieder „auf“, ich arbeite an mir, meinen Vorstellungen, schmeiße belastendes Zwischenmenschliches weg und lasse Spaß zurück zu mir. Gerade beim Thema Spaß fällt mir heute Nacht ein. Ich war mit Kollegen auf einer 90er Party und na ja, mittlerweile sind da halt die Leute, die in den 90ern geboren sind (ich nicht) und nicht die, die in den späten 90ern die Bravo lesen durften (ich).
Aber egal, so jung wie gestern ist halt keiner mehr am nächsten Tag. Wir also rein ins Getümmel auf den Dancefloor. Ich hatte 3 kleine Bier, also nicht super viel, aber mir hat’s gereicht, um aufgeschlossener als sonst zu sein. Blicke, Tänze, alles dabei. Auf einmal stehe ich neben 2 Typen, angeblich Simon & Simon. (Wollte erst nen Simon & Garfunkel Spruch machen, war mir aber dann doch zu übertrieben.  😀 )
Dann muss ich stattdessen irgendwas Dummes gesagt haben. Nach dem Motto:

Oh, kann man sich ja super merken. Auch voll praktisch im Bett und so, muss man nicht lange überlegen.

Klar, total sinnfrei, aber darum geht’s ja in der Disco nicht. Die Jungs sind total drauf eingestiegen und meine Streicheleinheiten über ihre Bärte haben’s dann auch nicht gerade besser gemacht…. schlussendlich sind wir beim Dreier-Gespräch gelandet. Und sie waren ganz begeistert von mir… komisch. Nicht.
Alles in allem ist’s nur beim Gespräch geblieben, ein Kollege hat mich zurück auf die Tanzfläche gezogen. Ich bin aber mit einem kleinen Ego Boost aus dem ganzen Abend gegangen.
Ich lebe wieder, lasse Spaß ins Leben rein. Und bin offen für Typen, selbst wenn sie sich als Simon & Simon vorstellen. 😀